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The two sides of one coin: Freud Museum London & Sigmund Freud Museum Wien

Der Ort, an dem Sigmund Freud die Psychoanalyse entwickelte, bietet der zeitgenössischen Kunst seit Jahren Raum für die Auseinandersetzung mit vielfältigen soziokulturellen Fragestellungen: In der aktuellen Ausstellung »Setting Memory« sind eigens für das Sigmund Freud Museum produzierte und ausge­wählte Arbeiten der in London situierten Kunstschaffenden Bettina von Zwehl und Paul Coldwell zu sehen. Mit Bezug auf Leben und Werk der ehemaligen Bewohner der Berggasse 19 – Anna und Sigmund Freud – mutiert der Schauplatz der frühen Psychoanalyse zur visuellen Diskursplattform über Themen wie »Erinnerung«, »Intimität«, »Verlust«, aber auch »Aufbruch« und »Neu­orientierung«.

Carol Seigel, Direktorin des Freud Museums in London, und Monika Pessler, Direktorin des Sigmund Freud Museums in Wien, diskutieren über das Verhältnis zweier Institutionen, die durch ihre Geschichte untrennbar miteinander verknüpft sind. Beide Häuser sind in Zukunft als die »zwei Seiten einer Medaille« aufzufassen und solcherart in der musealen Landschaft und kulturellen Entwicklungsgeschichte Europas zu verankern: Denn die neue Wissenschaft vom Unbewussten, die Freud in der Wiener Berggasse 19 um die Wende zum 20. Jahrhundert schuf, fand auch nach seiner Ver­tr­eibung 1938 nach London Fortsetzung, Weiter­entwicklung und Verbreitung – weit über den europäischen Kulturraum hinaus wirkt sie bis heute fort. Das zu dokumentieren und einem breiten internationalen Publikum zu vermitteln ist den beiden Museologinnen ein über nationale Belange hinausreichendes Anliegen, das der gegenwärtigen Kultur von Aus- und Entgrenzung diametral entgegensteht.


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